Manfred Pätzold (3. von links) bei der Führung durch die Hungener AltstadtHungen. An 3 Sonntagen im Jahr gedenken die neuapostolischen Christen der Verstorbenen. Am ersten Termin in diesem Jahr setzte die neuapostolische Kirchengemeinde Hungen den Schwerpunkt auf die ehemaligen jüdischen Mitbürger. Hintergrundinformation hierzu liefert eine vom Stadtarchivar Erhard Eller überreichte Broschüre.

Manfred Pätzold, der die gesamte Organisation dieser Veranstaltung leitete, führte am späten Samstagnachmittag des 3. März 2018 zunächst zu den im Bereich der Altstadt vorhandenen „Stolpersteinen“ und informierte, soweit Informationen vorhanden waren, über die Geschichte der Personen zu deren Erinnerung diese Gedenksteine im Pflaster der Altstadt eingebracht wurden. Vorbei am Gebäude der ehemaligen Synagoge führte der Weg zur hiesigen neuapostolischen Kirche am Müllerweg.

Dort fand anschließend eine kleine Andacht statt. Pätzold legte in seiner Ansprache besonderes Gewicht auf den versöhnenden Gedanken der christlichen Lehre. Er verwies unter anderem auf den Römerbrief des Apostels Paulus, in dem er betonte, dass bei Gott kein Ansehen der Person sei. Danach erlebten die Versammelten einen besonderen Moment. Im Gedenken an die 17 jüdischen Familien, die zu Beginn der 1930er Jahre in Hungen lebten, wurden 17 Kieselsteine am Altar niedergelegt. Die Feier wurde musikalisch von Miriam Rinke an der Orgel, sowie Gerhard Kempf und Alfred Kister mit Violine und Cello begleitet. Gemeindevorsteher Michael Ehrnsperger beendete mit einem Gebet die Andacht. Nachdenklich und still ging danach jeder der Anwesenden seiner Wege.

(Bericht: M. Pätzold, Foto: J. Metz)

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